Lagebild · Diesel im Winter 2026/27

Dieselknappheit im Winter 2026/27: Warum Diesel knapper ist als Rohöl

Raffineriekolonne und Dieselzapfsäule, Symbolbild für die Mitteldestillat-Knappheit

Am 9. Oktober kam eine Nachricht, die den Dieselmarkt entlastet: US-Präsident Trump kündigte russische Diesellieferungen an den amerikanischen und den Weltmarkt an, und der US-Future für Diesel und Heizöl fiel noch am selben Tag um 4,6 Prozent auf 4,73 Dollar je Gallone; DTN nennt daneben Berichte über Chinas Exportfreigabe. Der Kreml bestätigte die Lieferbereitschaft, und Russland lockerte am 10. Oktober sein Exportverbot, zunächst für 500.000 Tonnen (Al Jazeera, TASS). Knapp bleibt Diesel trotzdem: Wie viel russischer Diesel über die erste Tranche hinaus kommt, ist offen, die US-Destillatlager lagen in der Woche bis 2. Oktober rund 12 Prozent unter dem Fünfjahresmittel (EIA via Rigzone), und durch die Straße von Hormuz fließen weiter nur kleine Mengen Raffinerieprodukte. Diese Seite erklärt, warum Diesel knapper ist als Rohöl, wie leer die Lager sind und ob im Winter ein Engpass droht oder nur hohe Preise.

1. Warum Diesel knapper ist als Rohöl

Stand 11. Oktober: Russland lockert sein Exportverbot für Diesel, geliefert ist noch nichts. US-Präsident Trump schrieb am 9. Oktober, Russland werde sofort über 300.000 Tonnen Diesel an den amerikanischen und den Weltmarkt liefern, im November weitere 500.000 Tonnen und danach eine Million (Truth Social via Al Jazeera). Der Kreml bestätigte nach einem eineinhalbstündigen Telefonat zwischen Putin und Trump nur die Bereitschaft, Öl und Ölprodukte zu liefern, ohne Mengen (Al Jazeera). Am 10. Oktober lockerte die russische Regierung das Exportverbot für Diesel, zunächst für 500.000 Tonnen; Vizepremier Novak nannte 300.000 Tonnen im Oktober, 500.000 im November und eine Million im Dezember, später womöglich bis zu drei Millionen im Monat (TASS). Der Markt reagierte schon auf Trumps Ankündigung: Der US-Future für Diesel und Heizöl fiel am 9. Oktober um 4,6 Prozent auf 4,73 Dollar je Gallone; DTN nennt daneben Berichte über Chinas Exportfreigabe.

Für die Knappheit ändert das zunächst wenig. Die Mengen sind angekündigt, nicht geliefert, und sie hängen davon ab, wie viel die russischen Raffinerien nach den ukrainischen Drohnenangriffen produzieren können. Am grundsätzlichen Problem, das die folgenden Absätze beschreiben, ändert sich nichts: Es fehlt vor allem an Raffinerieprodukten, weniger an Rohöl.

Rohöl gibt es; was fehlt, ist die Raffineriekapazität, die daraus Diesel macht, und die Fracht, die ihn dorthin bringt, wo er gebraucht wird. Das zeigt ein Blick auf zwei Kurse vom selben Abend: Brent notierte am 22. September 2026 um 19:40 bei 99,80 Dollar je Barrel und fiel, Gasöl an der ICE bei 1.452,50 Dollar je Tonne und stieg um 0,99 Prozent (HeizOel24.at). Rechnet man die Tonne mit dem üblichen Faktor von 7,45 Barrel um, kostet ein Barrel Gasöl rund 195 Dollar, also gut 95 Dollar mehr als das Rohöl, aus dem es gemacht wird. Dieser Abstand, der Diesel-Crack-Spread, ist die Knappheit in einer Zahl; unsere Umrechnung ist eine Näherung, die Größenordnung ist es nicht. Zehn Tage später, am 2. Oktober um 13:14 Uhr, kostete Gasöl 1.385 Dollar je Tonne (−4,33 Prozent) und Brent 100,03 Dollar (−3,08 Prozent); nach demselben Faktor sind das rund 186 Dollar je Barrel Gasöl, also rund 86 Dollar mehr als das Rohöl (HeizOel24.ch, eigene Näherung).

Seit dem 1. Oktober lässt sich die Lücke beziffern: Das Rohöl ist zurück, die Produkte sind es nicht. Nach Kpler (Stand Montag, 28. September) fließen 13,5 Millionen Barrel Rohöl am Tag durch die Straße von Hormuz, das ist Vorkriegsniveau; Raffinerieprodukte kommen im Siebentageschnitt nur auf 677.000 Barrel am Tag, vor dem Krieg waren es 3,6 Millionen, also knapp ein Fünftel (IBTimes nach Kpler, 1. Oktober). Dahinter steht die Raffinerieseite: Die Raffinerien im Nahen Osten verarbeiteten im August rund 7,3 Millionen Barrel am Tag gegen 9,9 Millionen im Februar, und eine volle Rückkehr sieht Kpler nicht vor dem zweiten Quartal 2027. Rund 40 Prozent des Golf-Rohöls verlassen die Region inzwischen ohne Hormuz, vor dem Krieg waren es 17 Prozent (Kpler). Die Meldung „Hormuz fließt wieder“ gilt also für das Rohöl, nicht für Diesel.

Drei Ursachen überlagern sich. Erstens Hormuz: Die Golfstaaten sind große Exporteure fertiger Produkte, und Bloomberg meldete am 10. September, dass die Produktexporte durch die Meerenge langsamer zurückkommen als das Rohöl; die Fracht kostet inzwischen mindestens 25 Prozent des Rohölpreises nach Asien (OilPrice.com, 22. September). Zweitens Russland: Nach Drohnenangriffen mussten im September drei der sechs größten Dieselraffinerien des Landes die Produktion drosseln oder stoppen (Hydrocarbon Processing, 16. September); das Dieselexportverbot gilt für Produzenten bis zum 31. Oktober, Benzin ist bis Januar gesperrt, Kerosin bis November (Moscow Times, 30. September). Drittens die Auslastung: Die US-Raffinerien fuhren in der Woche zum 11. September mit 96,8 Prozent (DOE via HeizOel24), europäische laufen laut Motor16 am Maximum; mehr Diesel kommt aus dieser Anlagenbasis nicht. Seit dem 1. Oktober steht außerdem Chinas gemeldeter Exportstopp für Produkte im Raum (Reuters via Dawn, offiziell nicht bestätigt); mehr dazu unter „Was der Winter bringt“.

2. Wie leer die Lager sind

Die US-Destillatlager lagen in der Woche zum 25. September 2026 bei 105,2 Millionen Barrel, 2,25 Millionen weniger als in der Vorwoche und 14 Prozent unter dem Fünfjahresmittel (EIA, veröffentlicht am 30. September; OilPrice). Zum Vergleich der Verlauf: In der Woche zum 11. September waren es 107,9 Millionen Barrel, 16,8 Millionen unter dem Vorjahr (DOE-Daten via HeizOel24), und das war der tiefste Septemberstand seit 1982 (EnergyNow, 22. September). Im selben EIA-Bericht liegen Rohöl bei 427,3, Benzin bei 204,4 und die Strategische Reserve (SPR) bei 283,8 Millionen Barrel. Die EIA erwartet, dass der Bestand im September unter 100 Millionen Barrel rutscht und über weite Strecken des Jahres 2027 unter dem Fünfjahrestief bleibt (STEO, 9. September). Diesel und Heizöl sind dasselbe Produkt mit anderer Steuer; der US-Nordosten heizt mit Heizöl, und die Heizsaison beginnt im Oktober. Die Tabelle nennt oben die Bulletin-Preise vom 28. September, die Lager vom 25. September und die Kurse vom 2. Oktober, darunter den Verlauf vom 17. bis 22. September.

MarktPreisDatumQuelle
EU, Diesel (Durchschnitt)2,24 €/L (Rekord)28.09.2026 (veröffentlicht 01.10.)Euronews (EU-Ölbulletin)
Deutschland, Diesel (EU-Ölbulletin)2,44 €/L28.09.2026 (veröffentlicht 01.10.)Euronews (EU-Ölbulletin)
USA, Destillatlager105,2 Mio. Barrel (14 % unter dem Fünfjahresmittel)Woche zum 25.09.2026EIA, OilPrice
ICE Gasöl1.385 $/t (−4,33 %)02.10.2026, 13:14HeizOel24.ch
Brent100,03 $/bbl (−3,08 %)02.10.2026, 13:14HeizOel24.ch
USA, Diesel6,53 $/gal (Allzeithoch)22.09.2026AAA
USA, Diesel vor einem Jahr3,69 $/gal22.09.2025AAA
Deutschland, Diesel2,471 €/L (Rekord)17.09.2026ADAC
Frankreich, Gazole2,41 €/L20.09.2026Hérault Tribune
Spanien, Diesel A (mit 20 ct Bonus)1,829 €/L22.09.2026Motor16
ICE Gasöl1.452,50 $/t22.09.2026, 19:40HeizOel24.at
Brent99,80 $/bbl22.09.2026, 19:40HeizOel24.at

Europa hat keine wöchentliche Lagerstatistik dieser Art; die Preise erzählen die Geschichte. Das EU-Ölbulletin, über das Euronews am 1. Oktober berichtete, nennt für Montag, den 28. September, Diesel im EU-Schnitt bei 2,24 Euro je Liter, einem Rekord, nach 1,59 Euro im Februar; Deutschland lag bei 2,44 Euro, Frankreich bei 2,37 Euro, Italien bei 2,35 Euro, Belgien bei 2,43 Euro, Dänemark, die Niederlande und Finnland über 2,50 Euro. Das war vor dem deutschen Tankrabatt. Der ADAC hält fest, dass Rohöl und Wechselkurs den deutschen Dieselpreis nur zum Teil erklären und Margen entlang der Kette zu prüfen seien (ADAC, September 2026). Wie Mitteldestillate gehandelt werden, steht im Lexikon unter Mitteldestillate; was eine echte Knappheit auslöst, unter Dieselknappheit.

3. Was der Winter bringt: Engpass oder nur Preis?

Stand 11. Oktober: Die EIA rechnet für den Winter mit hohen, aber sinkenden Heizölpreisen. In ihrem Winter Fuels Outlook vom 6. Oktober erwartet sie für US-Haushalte mit Ölheizung einen Heizölpreis von im Schnitt 5,26 Dollar je Gallone von November bis März, 34 Prozent mehr als im Vorwinter, mit einem Monatspfad von 5,79 Dollar im November bis 4,84 Dollar im März. Als Gründe nennt sie höhere Rohöl- und Destillatpreise, eine geringere Raffinerieaktivität weltweit, die Exportnachfrage und niedrige US-Destillatlager; zur Versorgungssicherheit äußert sie sich im Winterausblick nicht. Für Brent rechnet sie mit rund 105 Dollar im vierten Quartal 2026 und 84 Dollar im Schnitt 2027 (STEO, 6. Oktober). Die Zahlen des Septemberausblicks im folgenden Absatz bleiben als Verlauf stehen.

Die EIA rechnet nicht mit leeren Zapfsäulen, sondern mit hohen Preisen: 5,55 Dollar je Gallone Diesel im vierten Quartal 2026, 5,66 Dollar für Heizöl, danach ein Rückgang auf 4,40 und 4,31 Dollar im Jahresschnitt 2027, wenn die Hormuz-Einschränkungen im zweiten Quartal 2027 auslaufen (STEO, 9. September). Der Markt bepreist Knappheit, er rationiert sie nicht; Rationierung war im März 2026 die Ausnahme (Slowenien begrenzte Privatfahrer auf 50 Liter am Tag, Wikipedia) und blieb es. Was im Winter dazukommt, ist saisonal: Heizölnachfrage im Nordosten der USA und in Europa, Winterdiesel mit teurerer Additivierung ab November, und Kälte, die den Verbrauch je gefahrenem Kilometer erhöht.

In den letzten Tagen sind mehrere Eingriffe auf der Angebotsseite dazugekommen, die Produkte betreffen und nicht das Rohöl. China: Chinesische Raffinerien setzen laut Reuters die Ausfuhr von Raffinerieprodukten außer nach Hongkong und Macau „bis auf Weiteres“ aus; einzelne Sorten nennt die Meldung nicht, Quelle sind vier mit der Sache vertraute Personen, eine offizielle chinesische Bestätigung gibt es nicht; Brent schloss am 1. Oktober bei 102,31 Dollar, 4,37 Prozent höher, und Dawn nennt als weiteren Treiber an diesem Tag einen Bericht des Wall Street Journal über einen dritten US-Flugzeugträger (Reuters via Dawn). Russland: Das Dieselexportverbot gilt für Produzenten bis zum 31. Oktober, für Nicht-Produzenten bis Januar; Benzin ist bis Januar vollständig gesperrt, Kerosin bis November. Die Regierung begründet das mit der Inlandsversorgung in der Erntesaison und mit Engpässen nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Raffinerien (Moscow Times, 30. September).

Putin sagte am 1. Oktober beim Valdai-Forum, die Raffinerieangriffe kosteten Russland nach seiner Schätzung rund 1 Prozent des BIP, und fragte: „How is our diesel supposed to reach the global market with sanctions still in place? It can't.“ Zur Einordnung: Russland hat die Dieselausfuhr für Produzenten selbst bis zum 31. Oktober gesperrt (Moscow Times, 30. September). Einen Verzicht auf Angriffe gegen ukrainische Schiffe im Tausch für ein Ende der Raffinerieangriffe nannte Putin absurd (Meduza, 1. Oktober). In der Nacht zum 2. Oktober trafen Drohnen die Raffinerie Wolgograd, das Chemiewerk Kaustik und eine Transneft-Station mit Tanklager bei Samara; der Gouverneur von Wolgograd sprach von einem „massiven Drohnenangriff auf Industrieinfrastruktur“, ein Mensch wurde verletzt, die Brände an Raffinerie und Tanklager sind bisher nur durch Augenzeugenvideos belegt und nicht offiziell bestätigt (Meduza, 2. Oktober). Ein Dekret vom 28. September verbietet zudem, Raffinerie-, Export-, Käufer- und Routendaten zu veröffentlichen, sofern das Unternehmen sie nicht selbst veröffentlicht; laut Reuters soll das die Durchsetzung von Sanktionen erschweren (Kyiv Independent). Die Folge: Unabhängige Ausfallzahlen aus Russland werden seltener.

Dazu kam ein Streit über Reserven. Präsident Trump hatte von Europa „mindestens 100 Millionen Barrel Diesel“ verlangt und mit einem Exportverbot für US-Diesel gedroht; die EU-Kommission antwortete: „We fully reject a ban on diesel. A ban would not be beneficial to anyone. It would undermine our trust in the US as a reliable partner.“ Zuvor hatte die EU einen französischen Gegenvorschlag geprüft, 50 Millionen Barrel Diesel aus europäischen Beständen plus 50 Millionen Barrel Rohöl von IEA-Mitgliedern. Am Nachmittag des 2. Oktober folgte der Beschluss: Die G7 geben über die IEA 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl frei, sofort beginnend und über vier Monate verteilt, mit einem „substanziellen“ Dieselanteil in den ersten 20 Tagen (The Irish Times, aktualisiert 16:25 Uhr). Der europäische Diesel-Future fiel nach der Ankündigung um 8 Prozent auf 1.337,75 Dollar je Tonne, und Brent rutschte zeitweise unter 99 Dollar (Irish Times; Trading Economics). Beim früheren Zwischenstand von fast 6 Prozent (1.364 Dollar je Tonne) hatte die Zeitung „rund acht Cent je Liter“ an der Zapfsäule für möglich gehalten; eine Rechnung für den Stand nach dem Beschluss liegt uns nicht vor. Ob Trumps Drohung mit einem Exportverbot nach dem Beschluss weiter gilt, ist offen.

Zwei Dinge könnten das Bild schnell ändern. Nach oben: ein Scheitern der Hormuz-Gespräche wie am 8. Juli, weitere Raffinerieausfälle in Russland oder weitere Angriffe auf Schiffe; am 1. Oktober traf ein unbekanntes Geschoss einen Tanker in der Straße von Hormuz, an Bord brach ein Brand aus, die Besatzung blieb unverletzt, einen Urheber nannte die Meldung nicht (UKMTO via Asharq Al-Awsat). Nach unten: eine Öffnung der Meerenge auch für Produkte; sie würde Rohöl schnell und Diesel langsam verbilligen, weil Lager erst wieder gefüllt werden müssen (siehe Hormuz-Öffnung: drei Szenarien). Die Prognosen zu Diesel und Benzin in Deutschland stehen unter Spritpreise Prognose. Der nächste feste Termin ist der 31. Oktober, an dem das russische Dieselexportverbot für Produzenten endet, sofern es nicht erneut verlängert wird.

4. Was Haushalte und Fuhrparks jetzt tun sollten

Nicht horten: Kanister im Keller sind eine Brandgefahr und ändern am Markt nichts. Wer mit Heizöl heizt, bestellt bei einem Füllstand unter einem Drittel jetzt, weil Heizöl im Winter der Dieselknappheit ausgesetzt ist, nicht dem Rohölpreis; die Regel steht unter Heizöl jetzt kaufen oder warten. Autofahrer in Deutschland haben seit dem 1. Oktober rund 17 Cent Tankrabatt; das dämpft den Preis, nicht die Knappheit. Laut dpa kostete Diesel am 1. Oktober bis 11:45 Uhr im Schnitt 2,197 Euro, im Tagesschnitt des 30. September 2,390 Euro. Daneben stehen die 2,44 Euro des EU-Ölbulletins (Preise vom 28. September, vor dem Rabatt): Das sind andere Zeitpunkte und andere Erhebungen, eine Senkung um 24 Cent lässt sich aus dem Abstand nicht ablesen. Wie viel vom Rabatt ankam, beziffern die Messungen unterschiedlich: 14 bis 15 Cent weniger als am Vortag laut ADAC (12:15 Uhr), 13,3 Cent bei Diesel laut der Auswertung von benzin.jetzt (431 Tankstellen, bis 11 Uhr; nach deren Rechnung wären 16,7 Cent möglich), rund 18 Cent seit null Uhr laut Kartellamtschef Mundt. Die Messungen haben verschiedene Basen, deshalb stehen sie hier nebeneinander und nicht als Mittelwert.

Fuhrparks sichern sich über Tankkarten mit fixem Aufschlag oder über Festpreisverträge, wo Händler sie noch anbieten (siehe Festpreisvertrag), und planen ab November mit Winterdiesel. Wer die Wahl hat, verschiebt Dieselverbrauch, der sich verschieben lässt: Der Abstand von rund 86 Dollar je Barrel zwischen Gasöl und Rohöl (2. Oktober, 13:14 Uhr, unsere Näherung aus 1.385 Dollar je Tonne und Brent bei 100,03 Dollar) ist historisch hoch, und die EIA erwartet für 2027 eine Normalisierung.

Was 5,55 oder 4,40 Dollar Diesel, 2,44 oder 2,00 Euro für dein Budget bedeuten, rechnest du in einer Minute aus.

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5. Häufige Fragen zur Dieselknappheit

Liefert Russland wieder Diesel?
Angekündigt ja, belegt ist bisher nur der erste Schritt: Russland lockerte sein Exportverbot für Diesel am 10. Oktober 2026, zunächst für 500.000 Tonnen; Vizepremier Novak nannte 300.000 Tonnen im Oktober, 500.000 im November und eine Million im Dezember (TASS). Vorausgegangen war Trumps Ankündigung vom 9. Oktober; der Kreml bestätigte nur die Bereitschaft, Öl und Ölprodukte zu liefern, ohne Mengen (Al Jazeera). Der US-Future für Diesel und Heizöl fiel am 9. Oktober um 4,6 Prozent (DTN).
Gibt es im Winter 2026/27 eine Dieselknappheit?
Eine Preisknappheit ja, eine Versorgungsknappheit erwartet die EIA nicht. Sie rechnet mit 5,55 Dollar je Gallone Diesel in den USA im vierten Quartal 2026 und mit Destillatlagern unter dem Fünfjahrestief bis weit ins Jahr 2027 (STEO, 9. September 2026). Das EU-Ölbulletin meldete für den 28. September Diesel im EU-Schnitt bei einem Rekord von 2,24 Euro je Liter (Euronews, veröffentlicht am 1. Oktober), die US-Lager lagen in der Woche zum 25. September 14 Prozent unter dem Fünfjahresmittel (EIA); dazu kommen der von Reuters gemeldete, offiziell nicht bestätigte Exportstopp Chinas für Produkte und das russische Dieselexportverbot für Produzenten bis zum 31. Oktober. Dagegen steht die am 2. Oktober beschlossene Freigabe von 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl durch die G7 (Irish Times).
Warum ist Diesel so teuer, wenn Rohöl fällt?
Weil das Rohöl wieder fließt, die Produkte aber nicht: Durch Hormuz laufen nach Kpler wieder 13,5 Millionen Barrel Rohöl am Tag, Vorkriegsniveau, aber nur 677.000 Barrel Raffinerieprodukte im Siebentageschnitt gegenüber 3,6 Millionen vor dem Krieg; die Raffinerien im Nahen Osten verarbeiteten im August rund 7,3 Millionen Barrel am Tag gegen 9,9 Millionen im Februar (IBTimes nach Kpler, 1. Oktober 2026). Am 2. Oktober fiel zwar auch Gasöl (1.385 Dollar je Tonne, −4,33 Prozent, 13:14 Uhr), lag aber weiter rund 86 Dollar je Barrel über Brent bei 100,03 Dollar (HeizOel24.ch, eigene Näherung mit dem Faktor 7,45).
Wie voll sind die US-Diesellager?
105,2 Millionen Barrel in der Woche zum 25. September 2026, 2,25 Millionen weniger als in der Vorwoche und 14 Prozent unter dem Fünfjahresmittel (EIA, 30. September; OilPrice). In der Woche zum 11. September waren es 107,9 Millionen Barrel, der tiefste Septemberstand seit 1982 (DOE via HeizOel24; EnergyNow).
Was hat Russland damit zu tun?
Russland gehörte vor dem Krieg zu den größten Dieselexporteuren. Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien und das Exportverbot, das am 30. September für Produzenten bis 31. Oktober verlängert worden war (Moscow Times), nahmen Diesel vom Weltmarkt. Seit dem 10. Oktober ist das Verbot teilweise gelockert, zunächst für 500.000 Tonnen (TASS). Wie viel tatsächlich fließt, hängt auch davon ab, wie viel die russischen Raffinerien nach den Angriffen produzieren können.
Soll ich Diesel bevorraten?
Nein. Kanister sind eine Brandgefahr und ändern nichts am Markt. Wer mit Heizöl heizt, bestellt unter einem Drittel Füllstand; Fuhrparks sichern sich über Festpreise oder Tankkarten.
Wann wird Diesel wieder billiger?
Kurzfristig haben die Ankündigung russischer Lieferungen und Berichte über Chinas Exportfreigabe den Future bereits gedrückt: minus 4,6 Prozent am 9. Oktober (DTN). Mittelfristig erwartet die EIA für Brent rund 105 Dollar im vierten Quartal 2026 und 84 Dollar im Schnitt 2027 (STEO, 6. Oktober 2026), für US-Heizöl einen Rückgang von 5,79 Dollar je Gallone im November auf 4,84 Dollar im März (Winter Fuels Outlook); niedrigere Rohölpreise würden auch Diesel verbilligen. Ein deutlicher Rückgang setzt aber mehr Raffinerieprodukte aus dem Nahen Osten voraus, und dafür müsste sich die Lage an der Straße von Hormuz entspannen.

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