1. Was die Regierung beschlossen hat und seit wann es gilt
Der Ministerrat hat am 29. September das Real Decreto-ley 25/2026 beschlossen, „por el que se adoptan y se prorrogan determinadas medidas en el marco del Plan Integral de Respuesta a la Crisis en Oriente Medio“; das BOE veröffentlichte es am 30. September, in Kraft trat es am Folgetag, dem 1. Oktober (BOE-A-2026-20265). Artikel 6 setzt den Nachlass auf die Kohlenwasserstoffsteuer auf „20 céntimos de euro por litro“ für Diesel und bleifreies Benzin im Oktober, „13 céntimos“ im November und „6 céntimos“ im Dezember. Es ist eine Steuersenkung, kein Rabatt an der Säule: Die Tankstelle zahlt weniger Steuer, und der Markt entscheidet, wie viel davon beim Kunden ankommt, so wie schon beim Septemberbonus.
Die Schutzklausel im selben Artikel 6: „si por circunstancias extraordinarias, en el mes de septiembre de 2026 el índice de precios al consumo (IPC) de la gasolina o del gasóleo supera en más de un 15 por ciento el IPC del mismo mes del año anterior“, dann gelten 20 Cent im November und 13 im Dezember. Diesel hatte diese Schwelle im Juli überschritten (15,7 Prozent, El Español); die Septemberzahl veröffentlicht das Statistikamt INE Mitte Oktober. Bis dahin gilt der Pfad 20-13-6, und 20-20-13 ist die im Gesetz angelegte Alternative. Der Rest des Dekrets: Direkthilfe für Berufsdiesel von 5, 12 und 19 Cent je Liter im Oktober, November und Dezember für die Fahrzeughalter nach Artikel 52 bis des Gesetzes 38/1992 (Art. 17), sodass Spediteure und Taxis jeden Monat bei 25 Cent bleiben; Agrardiesel bis zu 70 Prozent der Differenz zum Vorkriegspreis mit Deckel von 0,20 Euro je Liter bis zum 31. Dezember (Art. 16); und ein Deckel für den regulierten Gastarif (Art. 1). Alle seit März beschlossenen Maßnahmen zusammen kosten mehr als 12 Milliarden Euro (Qué!, Pressdigital).
2. Was sich am 1. Oktober an der Zapfsäule ändert, und was im November und Dezember
Beim Diesel passiert am 1. Oktober nichts: Der Nachlass von 20 Cent aus dem September läuft unverändert weiter. Beim Benzin schon: Der Nachlass steigt von 5 auf 20 Cent, also um 15 Cent, mit 21 Prozent Mehrwertsteuer 18,15 Cent je Liter weniger, wenn die Tankstellen ihn voll weitergeben. Auf den Schnitt von 1,952 Euro vom 30. September gerechnet (El Independiente, Daten des Ministeriums) läge Benzin 95 bei rund 1,77 Euro; Diesel A bleibt mit 1,938 Euro vom Dekret unberührt. Am 1. November sinkt der Nachlass für beide auf 13 Cent: 7 Cent mehr Steuer, 8,47 Cent mit Mehrwertsteuer; am 1. Dezember noch einmal 8,47 Cent. Greift die Schutzklausel, bleibt der November wie der Oktober und die erste Erhöhung verschiebt sich auf Dezember.
| Kraftstoff | 30. September (Istpreis) | 1. Oktober (Rechnung) | 1. November (Rechnung) | 1. Dezember (Rechnung) |
|---|---|---|---|---|
| Diesel A | 1,938 €/L (Nachlass 20 Ct) | ≈ 1,94 €/L (20 Ct, unverändert) | ≈ 2,02 €/L (13 Ct, +8,47 Ct) | ≈ 2,11 €/L (6 Ct, +8,47 Ct) |
| Benzin 95 | 1,952 €/L (Nachlass 5 Ct) | ≈ 1,77 €/L (20 Ct, −18,15 Ct) | ≈ 1,86 €/L (13 Ct, +8,47 Ct) | ≈ 1,94 €/L (6 Ct, +8,47 Ct) |
Die Rechnung addiert oder subtrahiert nur den Steuereffekt mit 21 Prozent Mehrwertsteuer auf die Preise vom 30. September; der tatsächliche Preis jedes Monats hängt zusätzlich an Rohöl und Gasöl auf dem Weltmarkt, wo Brent am 1. Oktober um 07:03 Uhr nach dem Wechsel auf den Dezember-Kontrakt bei 96,93 Dollar stand (HeizOel24) und Gasöl knapper bleibt als Rohöl (siehe Dieselknappheit Winter 2026/27). Eine 50-Liter-Füllung Benzin wird ab dem 1. Oktober rund 9 Euro billiger; eine Füllung Diesel ab dem 1. November rund 4,20 Euro teurer und ab dem 1. Dezember noch einmal 4,20 Euro, Schutzklausel vorbehalten. Warum Diesel trotz höherem Nachlass fast so viel kostet wie Benzin, steht auf Warum ist Diesel teurer als Benzin.
3. Woher der Bonus kommt und was die frühere Fassung dieser Seite sagte
Der Septemberbonus stammte aus dem Real Decreto-ley 18/2026 vom 29. Juni mit einem Automatismus: 20 Cent für den Kraftstoff, dessen Jahresinflation 15 Prozent überschreitet, 5 Cent für den anderen. Diesel erreichte im Juli 15,7 Prozent, Benzin 7,3 Prozent, deshalb gab es im September 20 Cent auf Diesel und 5 auf Benzin (El Español, 1. September 2026). Diese Hilfe war auf den 30. September befristet, und bis zum 22. September bestätigte die Regierung keine Verlängerung; Motor16 rechnete damals vor, Diesel steige am 1. Oktober um 24 Cent und erstmals über 2 Euro. Dieses Szenario ist nicht eingetreten: Das RDL 25/2026 ersetzt es durch den Pfad 20-13-6 mit Schutzklausel.
Der Hintergrund bleibt: Benzin und Diesel rund 30 Prozent teurer als im Juni, Inflation 4,3 Prozent im August (Qué!, 18. September). Deutschland senkt seit demselben 1. Oktober die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent, mit Mehrwertsteuer bis zu 16,7 Cent, für drei Monate gleichbleibend (siehe Tankrabatt Oktober 2026); Frankreich hat am 22. September 100 Euro für 5,5 Millionen Vielfahrer gewählt, statt den Preis zu senken. Spanien ist damit das einzige der drei Länder mit einem im Gesetz festgeschriebenen, abschmelzenden Nachlass.
4. Was Autofahrer, Urlauber und Fuhrparks im Oktober, November und Dezember tun sollten
Wer Benzin fährt, tankt nicht am 30. September oder am frühen 1. Oktober voll: Der Nachlass steigt um 15 Cent, und es lohnt sich zu warten, bis die Tankstellen ihn weitergeben, was im September einige Tage dauerte. Wer Diesel fährt, hat im Oktober seinen guten Monat: Ende Oktober volltanken, bevor der Nachlass am 1. November auf 13 Cent sinkt, und noch einmal Ende November. Mitte Oktober prüfen, ob das INE eine Dieselinflation von mehr als 15 Prozent für September bestätigt: Dann bleibt der November bei 20 Cent und die erste Erhöhung verschiebt sich auf Dezember. Wer im Oktober mit dem eigenen Diesel nach Spanien reist, kann den Nachlass weiter einplanen: Mit 1,938 Euro am 30. September bleibt spanischer Diesel deutlich unter Deutschland (2,428 Euro am 28. September, ADAC) und Frankreich (Gazole 2,41 Euro am 20. September, Hérault Tribune). Fuhrparks mit Fahrzeugen nach Artikel 52 bis bleiben über die Direkthilfe des Artikels 17 jeden Monat bei 25 Cent, erhalten den direkten Teil aber nachträglich, nicht an der Säule.
Für Heizöl ändert das Dekret nichts: Artikel 6 betrifft Dieselkraftstoff und Benzin, und Gasóleo C stand am 30. September bei 172,2 Cent je Liter (calienteybarato.com), getrieben vom selben Destillatmarkt wie Diesel. Die spanische Bestellregel steht auf Gasóleo de calefacción: ¿comprar ahora o esperar?, die deutsche Fassung unter Heizöl jetzt kaufen oder warten.
Was 8 Cent mehr je Liter ab November in deinem Jahresbudget ausmachen, rechnest du in einer Minute aus.
Meine Spritkosten berechnen