1. Der letzte Stand, mit Uhrzeit
96,93 Dollar je Barrel Brent am Donnerstag, dem 1. Oktober, um 07:03 Uhr nennt HeizOel24 in seinen Börsenwerten, WTI 89,15 Dollar. Wer die Zahl mit dem Vortag vergleicht, muss den Kontraktwechsel kennen: Am 30. September war der letzte Handelstag des November-Kontrakts, der bei 103,53 Dollar schloss; der Dezember-Kontrakt, der seit heute als Referenz gilt, schloss am selben Abend bei 98,03 Dollar (Bloomberg via Rigzone). Die 5,50 Dollar Abstand sind die Backwardation: Öl zur sofortigen Lieferung ist teurer als Öl in zwei Monaten, weil der Markt knapp ist. Der heutige Morgenkurs liegt rund 1,1 Prozent unter dem Dezember-Schluss, nicht 6,35 Prozent unter dem Vortag.
| Datum | Brent | Quelle |
|---|---|---|
| 01.10.2026, 07:03 Uhr | 96,93 $ (Dezember) | HeizOel24, Börsenwerte |
| 30.09.2026, Schluss | 98,03 $ Dezember (+1,9 %) · 103,53 $ November (+0,9 %) | Bloomberg via Rigzone |
| 29.09.2026, Schluss | 102,59 $ (−2,69 $, −2,6 %) | Reuters via The Nation, Bloomberg via Rigzone |
| 28.09.2026, Schluss | 105,28 $ (+0,9 %) | aus der Reuters-Tagesveränderung vom 29.09. zurückgerechnet; investingLive: rund 105 $, plus etwa 1 % |
| 25.09.2026, Schluss | 104,32 $ (−2,14 %) | EnergyNow |
| 24.09.2026, Schluss | 106,60 $ (+3,4 %) | Reuters via Investing.com |
| 22.09.2026, 17:30 UTC | 99,97 $ | eigene API |
| vor einem Jahr | 68,94 $ | Fortune (24.09.) |
| 31.03.2026 (Jahreshoch) | 118,35 $ | Wikipedia |
| 01.07.2026 (Jahrestief) | 71,57 $ | Wikipedia |
WTI schloss am 28. September bei 92,60 Dollar, am 29. bei 89,38 Dollar (−3,5 Prozent) und am 30. bei 90,42 Dollar (+1,2 Prozent), jeweils November-Kontrakt (Reuters via The Nation, Bloomberg via Rigzone). Der Abstand zu Brent ist mit dem Kontraktwechsel auf rund acht Dollar geschrumpft. Was die beiden Sorten unterscheidet, erklärt das Lexikon unter Brent und WTI.
2. Warum der Ölpreis so stark schwankt
Die Woche hatte zwei Kräfte, die gegeneinander arbeiten. Am Montag, dem 28. September, sprang Brent im frühen Handel um mehr als vier Dollar, nachdem Präsident Trump Irans Sieben-Tage-Plan zur Öffnung von Hormuz abgelehnt hatte; im Lauf des Tages schmolz der Aufschlag, weil Katar getrennte Gespräche mit beiden Seiten ankündigte, und der Schluss lag nur rund ein Prozent höher bei 105,28 Dollar (investingLive, Reuters). Am Dienstag fiel der Preis um 2,6 Prozent auf 102,59 Dollar, weil Saudi-Arabien nach dem Neustart der Ost-West-Pipeline wieder Tanker in Yanbu belädt und die Seeexporte aus dem Nahen Osten im September auf 16,33 Millionen Barrel am Tag stiegen, den höchsten Stand seit Kriegsbeginn Ende Februar (Reuters via The Nation). Am Mittwoch, dem letzten Handelstag des November-Kontrakts, ging es um 0,9 Prozent auf 103,53 Dollar nach oben (Bloomberg via Rigzone).
Trump sagte am 28. September zu Axios: „They want to make a deal, but it is not the deal that I want to make“, und bestritt, Zugeständnisse angeboten zu haben: „I offered them NOTHING!“ Ein US-Beamter nannte die indirekten Gespräche „positiv und konstruktiv“, ohne Lösung der Nuklearfrage gebe es aber keinen Abschluss (CBS News). Außenminister Araghchi traf am 28. September die katarischen Vermittler in New York und erwartete die formelle US-Antwort bis Dienstag (Al Jazeera). Sie kam am 30. September über Katar: Beide Seiten seien sich über die nötigen Schritte weitgehend einig, uneins aber über die Reihenfolge, also darüber, wer zuerst geht (Gulf News). Irans Plan: Öffnung der Meerenge binnen sieben Tagen gegen Ende der US-Seeblockade, Aussetzung von Sanktionen, Freigabe von rund 12 Milliarden Dollar und eine regionale Waffenruhe einschließlich Libanon (Al Jazeera).
Dazu bleibt die Meerenge gefährlich: Am 29. September wurden nach Angaben der britischen UKMTO zwei Schiffe von Projektilen getroffen (Gulf News); CBS News berichtet von einem Schiff mit gelöschtem Brand. Die Durchfahrt hat in den vergangenen Wochen zugenommen, Reeder verlangen aber hohe Risikoaufschläge, und Rohöl, Produkte und Gas fließen weiter deutlich unter normal (Gulf News). Was der Stand der Gespräche für die Preise heißt, steht mit Szenarien unter Hormuz-Plan abgelehnt: Folgen für die Preise.
3. Was den Preis bremst und was ihn treibt
Es gibt Kräfte in beide Richtungen, und beide sind belegt. Auf der bremsenden Seite: Saudi-Arabien fährt die Ost-West-Pipeline wieder mit halber Kapazität und verlädt in Yanbu (Reuters via The Nation, 29. September); Goldman Sachs schätzt, dass rund 23 Millionen Barrel am Tag den Nahen Osten über Hormuz und Ausweichrouten verlassen, nahe am Vorkriegsniveau (Bloomberg via Rigzone, 30. September); Trading Economics nennt 13,2 Millionen Barrel am Tag allein durch Hormuz (1. Oktober); der Gesprächskanal über Katar ist offen (Gulf News); die OPEC+ wird ihre Novemberquoten voraussichtlich unverändert lassen (Trading Economics); und die EIA rechnet in ihrem Basispfad mit 90,66 Dollar im vierten Quartal 2026 und 73,74 Dollar im Jahresschnitt 2027 (STEO, 9. September). Mehr dazu unter Ölpreis-Prognose 2027.
Auf der treibenden Seite steht vor allem Diesel. Die US-Destillatlager liegen auf dem tiefsten Septemberstand seit 1982 (EnergyNow, 22. September), Russland sperrt seine Dieselausfuhren bis Ende Oktober, und die Raffinerie Ilski ist seit dem 26. September außer Betrieb (Kyiv Independent). Die Fracht macht nach Asien mindestens ein Viertel des Rohölpreises aus, gegen fünf bis sechs Prozent im Jahr 2025 (OilPrice.com, 22. September). Und die Erfahrung vom Sommer: Nach dem Bruch der Waffenruhe am 8. Juli stieg Brent von 71,57 Dollar am 1. Juli auf 96,78 Dollar am 24. Juli (Wikipedia). Warum Diesel stärker steigt als Rohöl, steht unter Dieselknappheit Winter 2026/27.
4. Was der Ölpreis für Heizöl, Diesel und Benzin heißt
Heizöl folgt Brent mit einigen Tagen Verzögerung und über den Umweg Gasöl: In Deutschland kostete es am 1. Oktober 167,85 Euro je 100 Liter (HeizOel24, −0,01 Prozent zum Vortag), in Österreich 184,45 Euro (HeizOel24.at, unverändert), in Frankreich am 30. September 1 847 Euro je 1 000 Liter (prixfioul.fr). Als Faustregel unserer Methodik (159 Liter je Barrel, 1,14 Dollar je Euro) entsprechen zehn Dollar je Barrel rund 5,5 Cent je Liter vor Steuern. Gasöl, der Vorläufer des Heizölpreises, notierte am Morgen bei 1.434 Dollar je Tonne, 2,17 Prozent unter dem Vortag (HeizOel24, 07:03 Uhr). Die Tagesseiten: Heizölpreis heute Deutschland, Heizölpreis heute Österreich.
An der Zapfsäule ist der Ölpreis nur ein Teil: In Deutschland kostete Diesel am 28. September 2,428 Euro und Super E10 2,267 Euro je Liter (ADAC, Wochenvergleich). Seit heute, dem 1. Oktober, senkt der Tankrabatt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent, mit Mehrwertsteuer bis zu 16,7 Cent je Liter; für Heizöl gilt er nicht. Ob die Cent an der Säule ankommen, zeigen die ADAC-Tagespreise der nächsten Tage.
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