1. Wie viele Tage Vorrat empfehlen Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät, sich „für möglichst zehn Tage selbst versorgen“ zu können, und ergänzt: „Aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon sehr.“ Pro Erwachsenem rechnet das Bundesamt mit mindestens 1,5 Litern Flüssigkeit am Tag und 0,5 Litern zusätzlich zum Kochen. Für zehn Tage sind das 20 Liter Wasser je Person, für eine vierköpfige Familie 80 Liter (eigene Rechnung).
Der Zivilschutzverband Österreich empfiehlt einen Vorrat für mindestens 10 bis 14 Tage und nennt dabei ausdrücklich Lichtquellen sowie Koch- und Heizmöglichkeiten. Das Schweizer Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) setzt knapper an: Lebensmittel für rund eine Woche und 9 Liter Wasser pro Person, die drei Tage zum Trinken und Kochen reichen sollen (Broschüre vom 17.02.2025). Die EU-Kommission will mit ihrer Vorsorgestrategie vom 26. März 2025 Leitlinien entwickeln, damit sich die Bevölkerung mindestens 72 Stunden selbst versorgen kann. Eine Pflicht für Haushalte folgt daraus nicht.
Was auf keiner dieser Listen steht: ein Vorrat an Heizöl, Benzin oder Diesel. Für Wärme nennt das BBK Kohle, Briketts oder Holz, sofern ein Kamin oder Ofen vorhanden ist, und sonst warme Kleidung und Decken. Der Zivilschutz Oberösterreich rät Privathaushalten sogar ausdrücklich von Notstromaggregaten ab, unter anderem wegen der „erforderlichen Treibstoffbevorratung (begrenzte Haltbarkeit und Brandschutz)“.
2. Wie voll sollte der Heizöltank sein, und wird Heizöl schlecht?
Eine Mindestmenge für den Heizöltank von einer Behörde oder der Verbraucherzentrale haben wir nicht gefunden; der Händler Langlitz rät, wenigstens 100, im Idealfall 200 Liter oder wenigstens 10, besser 20 Prozent des Tankvolumens stehen zu lassen (18.11.2024). Als Gründe nennt er Ablagerungen am Tankboden und Kondenswasser, die zu Störungen „bis zum kompletten Ausfall“ der Heizung führen können. Das ist eine Händlerempfehlung, keine Norm.
Heizöl selbst hat bei richtiger Lagerung kein Verfallsdatum. Auf die Frage, ob es schlecht werden kann, antwortet das Portal Zukunftsheizen des Branchenverbands en2x: „Nein. Nicht, wenn es richtig gelagert wird.“ Ideal seien 5 bis 15 Grad Celsius und wenig Licht (10.09.2024). Mehr dazu im Lexikon: Wie lange ist Heizöl haltbar?
Für die Tanksicherheit gilt laut en2x seit dem 1. August 2017 bundesweit die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Wiederkehrend von Sachverständigen geprüft werden nach Angaben des Verbands alle unterirdischen Tanks, oberirdische Anlagen mit mehr als 1.000 Litern in Schutzgebieten und alle Tanks über 10.000 Liter. Arbeiten an Tanks über 1.000 Liter sollte ein Fachbetrieb nach Wasserrecht übernehmen; ob dein Haus in einem Schutzgebiet steht, weiß die örtliche Behörde.
Bleibt der Zeitpunkt: Lieferungen dauerten laut HeizOel24 zuletzt im Schnitt drei bis vier Wochen (15.09.2026). Wann dein Tank die Reserve erreicht und welcher Bestelltermin sich daraus ergibt, zeigt der Heizöltank-Rechner; die Preisfrage behandelt Heizöl jetzt kaufen oder warten?
3. Wie viel Benzin und Diesel darf ich zu Hause oder in der Garage lagern?
In der Garage dürfen laut ADAC in Bayern und Baden-Württemberg 200 Liter Diesel, aber nur 20 Liter Benzin lagern, und zwar in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern; im Privatfahrzeug erlaubt sind laut ADAC höchstens 60 Liter je Reservebehälter und 240 Liter je Fahrzeug (Stand 17.08.2026). Die beiden Garagenwerte nennt der ADAC nur als Beispiele. Dass sie in allen Bundesländern gelten, ist damit nicht belegt; maßgeblich ist die Garagenverordnung deines Landes. Die Rechtsgrundlagen gibt der ADAC nicht an, und die Gesetzestexte haben wir nicht selbst geprüft. Der Club selbst empfiehlt, aus Sicherheitsgründen nicht mehr als 10 Liter Kraftstoff mitzunehmen.
Unterwegs im Ausland sind die Mengen kleiner: Laut ADAC-Ländertabelle erlauben Österreich, Frankreich, Spanien, Belgien und Italien je 10 Liter im Kanister, die Schweiz 25 Liter; unter anderem in Bulgarien, Griechenland, Luxemburg und Rumänien ist die Mitnahme verboten. Das gilt fürs Fahren, nicht für die Lagerung zu Hause, und für die Lagerung haben wir in Österreich und der Schweiz keine belegte Zahl gefunden. Zum Vergleich: In Großbritannien darf man laut der Arbeitsschutzbehörde HSE bis zu 30 Liter Benzin zu Hause lagern, ohne die örtliche Aufsicht zu informieren (07.07.2026).
Wie lange Benzin oder Diesel im Kanister haltbar ist, beziffert keine der ausgewerteten Fachquellen in Monaten. Wird Kraftstoff knapp, können Staaten ihre Pflichtvorräte freigeben und im Ernstfall die Abgabe begrenzen. Wie viel Diesel und Heizöl die Länder lagern, zeigt die Seite Diesel, Heizöl, Kerosin: Produktvorräte, wer rationieren darf, erklärt Notfallrecht und Rationierung.
4. Was funktioniert bei Stromausfall noch: Balkonkraftwerk, Speicher, Heizung?
Ein Balkonkraftwerk liefert bei Stromausfall keinen Strom, auch wenn die Sonne scheint: „Der Wechselrichter der Steckersolar-Geräte braucht grundsätzlich die Verbindung zum Stromnetz, um zu funktionieren“, schreibt die Verbraucherzentrale (Stand 06.03.2026). Bei Photovoltaik mit Heimspeicher ist Notstrom ebenfalls kein Standard; solche Funktionen gehören laut Verbraucherzentrale „nur bei einigen Heimspeichersystemen zum üblichen Funktionsumfang“ (Stand 02.07.2026). Die Spanne reicht von einer Notstromsteckdose für einige wenige Geräte bis zum Ersatzstrom für das ganze Hausnetz. Ist der Speicher leer und liefert die Anlage nicht genug, bricht auch diese Versorgung zusammen.
Auch die Heizung fällt aus. Das BBK schreibt für den Stromausfall knapp: „Licht und Heizung funktionieren nicht mehr.“ Eine Ausnahme für die Ölheizung macht das Amt nicht, ein voller Tank hält das Haus dann also nicht warm. Wer einen Kamin oder Ofen hat, soll laut BBK Kohle, Briketts oder Holz vorrätig haben; kleine Mahlzeiten gelingen auf dem Campingkocher.
Gefährlich wird es beim Improvisieren. „Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es besteht Erstickungsgefahr!“, warnt das BBK und empfiehlt einen Kohlenmonoxid-Warnmelder. Bei Kerzen gehen die Ratschläge auseinander: Das BBK mahnt, dann regelmäßig zu lüften, der Zivilschutz Oberösterreich rät wegen der Brandgefahr ganz ab und empfiehlt eine Dynamo-Taschenlampe. Für Ersatzheizungen wie Petroleumgeräte, Kachel- oder Kaminöfen verweist er auf die Beratung durch Experten und konzessionierte Unternehmen. Das BWL führt Radio, Taschenlampe, Ersatzbatterien, Kerzen und einen Gaskocher auf seiner Liste.
5. Was hilft mehr als Horten: Wo spart ein Haushalt Öl?
Die Internationale Energieagentur (IEA) setzt im Ölschock 2026 auf weniger Verbrauch: Ihr Bericht „Sheltering From Oil Shocks“ vom 20. März 2026 nennt zehn Möglichkeiten, mit denen Haushalte, Unternehmen und Staaten die Nachfrage nach Öl senken können. Dazu gehören laut IEA: von zu Hause arbeiten, wo es möglich ist; Tempolimits auf Autobahnen um mindestens 10 km/h senken; Bus und Bahn fördern; Autos teilen und spritsparend fahren; Flüssiggas aus dem Verkehr in andere Verwendungen umlenken; Flüge meiden, wenn es Alternativen gibt. Die meisten dieser Punkte betreffen den Verkehr.
Bei der Ölheizung liegen die Hebel im eigenen Haus: Raumtemperatur, Lüften, freie Heizkörper, Warmwasser. Konkrete Beispiele sammeln unsere Energiespartipps für Heizung, Strom und Mobilität. Jeder Liter, der nicht verbrannt wird, verlängert die Reichweite des Tanks, ohne dass du mehr lagern musst.
Für Engpässe, die länger dauern als ein paar Tage, halten die Staaten eigene Notvorräte an Rohöl und Produkten. Wie viele Tage sie in den einzelnen Ländern reichen, zeigt der Ölreserven-Monitor.
Zitiervorschlag: Global Oil Shock (Jörg Dässler), „Private Energiereserve: Was Haushalte vorhalten“, Stand 23.09.2026, https://globaloilshock.com/de/oelreserven/private-energiereserve/